Personen der rechten Szene

Beispielhaft stellen wir hier einige relevante Neonazis aus Kahla und ihr Treiben vor:

David Buresch

bild_bureschDer 23-jährige David Buresch tritt vor allem seit den Jahren 2008/2009 in Kahla, Jena aber auch überregional mit Neonazi-Aktionen in Erscheinung. Mehrfach war er mit anderen Neonazis an gewalttätigen Überfällen beteiligt, zum Beispiel in Dortmund und in Jena. Trat er vor wenigen Jahren noch mit Glatze und martialischem Äußeren in der Öffentlichkeit auf, bemüht er sich heute um ein unauffälligeres Erscheinungsbild. Er ist federführend beim „FN Kahla“ tätig und war lange Zeit auch im „Braunen Haus Jena“ sowie beim „FN Jena“ aktiv. 2009 fand auch eine „Hitlergeburtstagsfeier“ in seiner Wohnung in Kahla statt, bei der es zu mehreren Straftaten kam. 2010 gehörte er zur Gruppierung die in Saalfeld von der Polizei bei der mutmaßlichen Vorbereitung oder Ausführung eines Brandanschlag auf einen Bus gestoppt wurde. Über mehrere Monate stand er deswegen im Visier der „Sonderkommission Feuerball“. Im gleichen Jahr soll Buresch im Herbst nach Angaben des Thüringer Innenministeriums eine Spontandemonstration mit 25 Personen durchgeführt haben. 2011 saß er u.a. wegen Raubes für ein halbes Jahr in Haft. Im Herbst 2012 soll Buresch nach Behördenangaben neben einem Szeneliederabend auch eine Vortragsveranstaltung mit ehemaligen Nazisoldaten in Kahla organisiert haben. Er nahm außerdem an Neonazi-Demonstrationen und rechten Vorträgen teil und wurde der Kahlaer Versammlungsbehörde als stellvertretender Versammlungsleiter des geplanten Rechtsrock-Festivals am 15. Juni in Kahla angekündigt.

Patrick Nitsch

bild_nitschDem 22-jährigen FN-Aktivisten aus Kahla werden mehrere Graffitis zugerechnet. Im Internet betreibt er u.a. einen Twitteraccount, über den in der Vergangenheit auch entsprechende Straftaten kommentiert wurden. N. war auch einer der beiden Täter, die 2011 in die Kahler Stadtkirche einbrachen und dort neonazistische und antisemitische Parolen sprühten. Auch andere seiner Neonazi-Sprühereien haben häufig antisemitische und antiisraelische Inhalte. Er trat u.a. als Teilnehmer der Mannschaft „“1. FC KAHLAschnikow”“ bei einem Neonazi-Fussballtunier 2012 in Kahla auf. 2013 durchsuchte die Polizei die Wohnung von ihm und einem „Kameraden“, da beide verdächtigt wurden den neueröffneten Demokratieladen attackiert zu haben. Die Beamten beschlagnahmten u.a. eine Steinschleuder, eine Sturmhaube und NS-Propaganda. Einen Tag nach der offiziellen Eröffnung am 16. April 2013 wurde eine Scheibe zerstört, zuvor hatten unbekannte rechte Parolen auf den Fußgängerweg geschrieben. Anlässlich des „Thüringentag der nationalen Jugend“ im Juni 2013 hatte N. zeitweise auch eine Versammlung für die Neonazi-Szene in Kahla angemeldet.

Nico Metze

bild_metzeDer 24-Jährige, der den Spitznamen „Schubi“ trägt, kommt aus Bad Salzungen und studierte zwischenzeitlich in Jena. Mit seiner Freundin, die ebenfalls zum FN-Umfeld gehörte und in Kahla lebte, wurde er entsprechend politisch aktiv. Metze wirkte u.a. an einer szeneinternen Mobilisierungsveranstaltung für Thüringer Neonazis in Kirchheim mit. Am 29. Januar 2011 referierte er in einem dortigen Neonazi-Treffpunkt vor 20 Zuhörern zur Bombardierung Dresdens und warb für die Teilnahme am so genannten „Trauermarsch“ rund um den 13. Feburar in Dresden. Während der Veranstaltung wurden auch Kartenmaterial und „mögliche Aktionsformen“ vorgestellt. Die Polizei ermittelte im Anschluss des Vortrages wegen der öffentlichen Aufforderung zu Straftaten, auch ein rechter Szeneliedermacher trat auf. Metze ist ebenso dem „FN Jena“ zuzurechnen und gehörte zur Gruppe, die von der Polizei wegen einem mutmaßlich geplanten Brandanschlag in Saalfeld überwacht wurde. Im Herbst 2010 durchsuchten Ermittler in einem anderen Fall wegen des Verdachts der Vorbereitung eines Explosionsverbrechens gemäß § 310 Strafgesetzbuch Metzes Wohnung. Aus seinen Angaben in einem Sozialen Netzwerk geht hevor, dass er angeblich zusammen mit den Neonazi-Funktionären André Kapke (Jena) und Thomas Gerlach (Altenburg) in ein und dem selben Bau-Unternehmen arbeitet. Am 15. Juni 2013 trat er als erster Redner beim Neonazi-Openair auf dem Gries auf und skandierte dort „Freiheit für Wolle!“ in Anlehnung an seinen inhaftierten Freund und mutmaßlichen NSU-Helfer Ralf Wohlleben. Auf dem Gelände wurden im Anschluss Gelder fühl Wohlleben gesammelt.

Manfred K.

bild_marcelk-pixelDer 23-Jährige ist ebenso im Umfeld des FN Kahla aktiv und nahm in der Vergangenheit mehrfach an Neonazi-Aktionen und Veranstaltungen teil. U.a. stand er im Verdacht, zusammen mit Buresch an den gewalttätigen Übergriffen im Mai 2009 auf DGB-Kundgebungsteilnehmer in Dortmund beteiligt gewesen sein. Auch im Zusammenhang mit einem Neonazi-Ausweichkonzert im Oktober 2012, das vom „Braunen Haus Jena“ nach Kahla verlegt werden musste, wurde K. von einem befreundeten Aktivisten als Teilnehmer geoutet. Der in Kahla lebende K. macht im Internet Werbung für zwei neonazistische Bands aus dem Altenburger Raum und tritt in der Öffentlichkeit mit Textilien auf, die die britische NS-Band „Skrewdriver“ und deren Sänger, dem Gründer des Neonazi-Netzwerkes Blood & Honour, Ian Stuart verherrlichen. Beim Neonazi-Großkonzert „Rock für Deutschland“ trat er im Sommer 2012 mit einem „Freiheit für Wolle“-Shirt auf, um sich mit dem mutmaßlichen NSU-Helfer Wohlleben zu solidarisieren.

Nico Schneider

bild_schneider4.pngDer 27-Jährige stammt aus Kahla und zog später nach Jena, wo er seit Juli 2007 Mitglied in der NPD-Jugendorganisation war und sich innerhalb des „Braunen Haus“ Jena und in der Kameradschaft „Nationaler Widerstand Jena“ bzw. dem „Freien Netz Jena“ engagierte. Bei dem vom ehemaligen NPD-Chef Ralf Wohlleben veranstalteten Rechtsrock-Konzert „Fest der Völker“ nahm er organisatorische Aufgaben wahr und beteiligte sich auch mehrfach bei Störaktionen zu Veranstaltungen von Nazigegnern. Schneider schrieb Artikel für verschiedene Neonazi-Projekte im Internet, zum Beispiel auf der Homepage des FN Jena. Ein Internethack offenbarte 2009, dass er entsprechende Aufträge von Ralf Wohlleben erhielt und ausführte. In einer Email tauschten beide Originalgrafiken für FN-Graffitis aus, kurze Zeit später tauchten diese gesprüht an über 30 Wänden und Stromkästen in Jena auf. Schneider ist oder war auch Mitglied der Burschenschaft Normannia und reduzierte seine öffentlich-wahrnehmbaren Aktivitäten nach einem Outing. 2010 gehörte er der Gruppe an, die nach Sachsen zum Karl-Heinz Hoffmann Vortrag fuhr und anschließend von der Polizei festgenommen wurde. Anwohner_innen haben Schneider während Instandsetzungsarbeiten auch in der Burg 19 gesehen. Seit mehreren Jahren wohnt er wieder in Kahla und unterhält gute Kontakte zu anderen FN-Kahla-Aktivisten.

Maximilian Lemke

bild_lemkeDer langjährige Szeneaktivist und gelernte Fleischer mit Spitznamen „Max“ ist seit den 90ern Angehöriger der rechten Szene und war bereits im „Thüringer Heimatschutz“ aktiv. Lemke pachtete 2002 das „Braune Haus“ in Jena (“Hausgemeinschaft Zu den Löwen“), welches zum beliebten, auch überregionalen, Neonazi-Treffpunkt wurde. Er gilt als einer der aktivsten neonazistische Liedermacher im Freistaat und ist auch darüber hinaus in der rechten Musik-Szene bekannt. Er trat in der Vergangenheit mehrfach bei „Thüringentag“-Veranstaltungen als Musiker und Redner in Erscheinung. Mit der Schließung des „Braunen Haus“ in Jena wich er nach Kahla aus und lebte zeitweise in der „Burg 19“. Zwischen 2010 und 2012 gab es mehrere Razzias auf seinem Grundstück in Jena, Fahnder suchten u.a. nach eingemauerten Waffen. Zusammen mit seiner Lebensgefährtin Susann T. posierte Lemke erst 2012 hinter einem neugedruckten großen Transparent des „Thüringer Heimatschutzes“. In einem Gerichtsverfahren im April 2013 räumte die Ehefrau des derzeit wegen mehrfacher „Beihilfe zum Mord“ beschuldigten Jenaer NPD-Chefs Ralf Wohlleben ein, dass in dem von Lemke betriebenen Neonazi-Treffpunkt in Jena auch Bilder von Wehrmachtssoldaten mit Uniformen samt Hakenkreuz aufgehangen waren, sowohl im Gastraum der Gaststätte als auch im Proberaum, in dem zeitweise Rechtsrock-Bands übten.

Tobias Winter

bild_winterDer 26-Jährige Winter aus dem Landkreis Sömmerda ist seit geraumer Zeit im Bereich Jena / Kahla ansässig und dort entsprechend im Umfeld der FN-Aktivisten in Jena und Kahla aktiv. Als rechter Liedermacher und Newcommer tritt er seit mehreren Jahren mit seinem Akkordeon in der NS-Musikszene auf und kann sich dabei immer häufiger auch an überregionalen Aufträgen erfreuen. Öfter agierte er zusammen mit dem auch in Kahla wohnhaften Liedermacher Maximilian Lemke, 2011 traten beide beim Neonazi-Festival „Tag der Identität” in Geithain nahe Leipzig auf, ebenso Jahresanfang in Wurzen zur „Neujahrsfeier“ der dortigen NPD-Jugendorganisation. Ende 2012 musizierte er bei einer geschichtsrevisionistischen Gedenkveranstaltung der Südthüringer Neonazi-Szene nahe Oberhof. Winter trat 2009 in Arnstadt schon einmal bei einer rechten „Thüringentag“-Veranstaltung auf und besitzt zahlreiche Kontakte in die Szene, auch ebenso Saalfeld. So war Winter auch im Mai 2011 mit dem Versammlungsleiter des für Sommer 2013 in Kahla geplanten Neonazi-Festes „Thüringentag der nationalen Jugend“ in Saalfeld unterwegs, als dieser einen linken Jugendlichen attackierte und ihn mehrfach mit der Faust ins Gesicht schlug.

Lina T.

bild_linat-pixel2Die 23-Jährige, die ursprünglich aus dem hessischen Butzbach kommt ist mindestens seit 2008 auch innerhalb der thüringischen Neonazi-Szene tätig. Sie stammt aus dem Umfeld der rechten Videogruppe „Volksfrontmedien“, die zeitweise von Neonazis aus Hessen und Thüringen betrieben wurde und neonazistische Propagandavideos produzierte. Einer der Hauptakteure wurde 2009 zu einer Haftstrafe verurteilt, weil er mit einem Klappspaten auf in einem Zelt schlafende linke Jugendliche einschlug. Lina T. versuchte in der Vergangenheit auch Informationen über antifaschistische Strukturen auszuspähen. So besuchte sie aus diesem Grund im März 2008 mit einer weiteren Neonazi-Aktivistin aus Butzbach die JG-Stadtmitte in Jena um entsprechende Informationen zu erlangen. Sie nahm mehrfach an Neonazi-Veranstaltungen und Aktionen teil, gehörte auch zum Umfeld des „Braunen Haus Jena“ und ist mit dem FN-Kahla Neonazi David Buresch liiert. Zusammen mit diesem und dem FN-Aktivisten Nico Metze wurde sie 2010 von der Polizei im Vorfeld eines mutmaßlich geplanten Brandanschlags von der Polizei erwischt.

Benjamin Hercher

bild_hercherDer 25-jährige Neonazi aus Kahla gehört zum Umfeld des „Freien Netzes“ und ist seit mehreren Jahren in der neonazistischen Szene aktiv. Am 15. Juni 2013 nahm er am Rechtsrock-Konzert „Thüringentag der nationalen Jugend“ in Kahla teil, am 21. Mai 2014 agierte er als „Anti-Antifa“-Fotograf am Rande einer antifaschistischen Demonstration in Kahla und versuchte mehrfach aus nächster Nähe missliebige Menschen abzulichten. Hercher hat gute Verbindungen zur rechten Szene im Raum Saalfeld, aus der auch seiner Ehefrau Yvonne H. stammt, welche am 21. Mai ebenfalls in Kahla Demonstrierende abfotografierte. Am 23. November 2008 beleidigte und attackierte er zusammen mit dem FN-Aktivist David Buresch während einer Neonazifeier in Quittelsdorf bei Rottenbach Polizisten . Diese rückten wegen „Sieg Heil“-Rufen an, Hercher soll SS-Runen am Körper getragen haben und während seiner Festnahme Widerstand geleistet haben. Er nimmt regelmäßig an Veranstaltungen der rechten Szene teil.

Sebastian Dahl

bild_dahlDer 32-Jährige aus Berlin-Brandenburg wohnt seit Ende 2011 in der Burg 19 mit seiner Lebensgefährtin Lisa Bauer. Dahl gehört seit vielen Jahren zu den Aktiven der Neonazi-Szene im Berliner Raum und erlangte durch einen Brandanschlag vor zehn Jahren Bekanntheit, bei dem die Bühne eines antirassistischen Festivals mit Molotov-Cocktails attackiert wurde, während dort Menschen schliefen. Auch andere Angriffe wie ein Brandanschlag auf ein Roma-Camp werden ihm zugerechnet. Zwischen 2005 und 2010 verbüßte er in der JVA Tegel eine Haftstrafe wegen versuchten gemeinschaftlichen Mordes. Nach der Freilassung engagierte sich der gelernte Raumausstatter, der zeitweise NPD-Mitglied war, wieder aktiv in der Szene und begann damit, erneut Neonazi-Gegner auszuspähen. Dahl unterhält bundesweite Verbindungen zur extrem rechten Szene in Deutschland. Aber auch darüber hinaus, z.B. zur schwedischen Neonazi-Partei “Svenskarnas parti”, deren Sommercamp mit Kriegsspiel-Abenteuern er zusammen mit einer Freundin Lisa Bauer besuchte. Nach seiner Haftentlassung drehte er ein Solidaritätsvideo mit antisemitischen Anspielungen für die militante russische Neonazi-Gruppe, die im April 2010 verboten wurde. Der Chef der Gruppe, an den Dahl mit Durchhalteparolen appellierte, hatte zuvor gegenüber der Nachrichtenagentur AP geäußert, dass das Verbot seiner Gruppe zu einer Zunahme der Gewalt führen werde, seine Anhänger würden “Autos anzünden, Kraftwerke sprengen, Beamte ermorden und andere Verbrechen begehen”. Im selben Jahr, wie Dahl seine Haftstrafe antrat, soll sein russischer Freund und Neonazi-Anführer in Moskau einen Sprengstoffanschlag auf eine Moschee verübt haben. Am 14. Mai 2011 mobilisierte die rechte Szene zu einer Demonstration nach Berlin unter dem Motto “Wahrheit macht frei – Für die Erfassung der Nationalität bei Straftätern”. Aus dieser heraus wurden Gegendemonstrant_innen und Migrant_innen u.a. durch Thüringer Neonazis angegriffen. Mit im Aufmarsch: der heute in Kahla lebende Sebastian Dahl. Er trägt aktuell einen markanten langen geflochten Bart.

Lisa Bauer

bild_lisabDie 24-jährige kommt aus dem Rheinland und hat 2009 ihr Abitur im dortigen Bad Neuenahr abgeschlossen, wo sie bereits seit einigen Jahren in der Neonazi-Szene aktiv war. Im Ort unterhielt die militante Kameradschaftsstruktur „Aktionsbüros Mittelrhein“ ihre Schaltzentrale mit eigenem Haus, zu deren Umfeld auch Bauer gehörte. Im März 2012 ging die Polizei gegen die Gruppe vor, der auch Überfalle, Brandstiftungen und schwere Landfriedensbrüche vorgeworfen wurden, zum Beispiel der Angriff auf eines alternatives Kulturprojekt am Rande einer Neonazi-Demonstration in Dresden. Bauer war eine von knapp 30 Personen der AB Mittelrhein-Gruppe, gegen die nach §129 StGB ermittelt wurde, ein entsprechender Prozess läuft seit August 2012 vor dem Landgericht Koblenz. Seit sie in Jena 2009 mit dem Volkskunde Studium begann und zeitweilig auch in Jena wohnte ist sie in hiesigen Neonazi-Strukturen wie beim „Freien Netz Jena“ aktiv. Für die Gruppe sammelte sie wenige Monate später bereits bei einem Neonazi-Festival in Sangerhausen Spenden. Zusammen mit ihrem Freund Sebastian Dahl war sie im Mai 2011 an der Berliner Neonazi-Demonstration beteiligt, aus der heraus es zu mehreren körperlichen Angriffen kam. Während einer Razzia der BAO „Zesar“ des Thüringer LKA’s im März 2013 wegen der Suche nach einer Schusswaffe in der Burg 19 warnte sie den mittlerweile zum NPD-Kreistagsmitglied gewählten Hendrik Radtke vor, welcher zwar in dem Gebäude wohnt, sich aber damals in Mecklenburg-Vorpommern aufgehalten haben soll. Die Beamten stellten die gesuchte Waffe schließlich in Schwerin sicher.

Robert Köcher

bild_koecherDer 26-jährige Köcher kommt aus Jena, wohnt mittlerweile aber in Kahla. Er ist Mittelfeld-Spieler einer Fussballmannschaft im Landkreis. Köcher gehört dem Umfeld des „FN Kahla“ an. Er verherrlicht im Internet den SS-Kriegsverbrecher Erich Priebke und andere extrem rechte Gruppen. Auf seinem Facebook-Profil prang die Grafik eines ‘Pink Panthers’ mit einer Pumgun, es wurde dort genau vier Wochen nach der Selbstenttarnung des NSU im Dezember 2011 verknüpft und wird in der Neonazi-Szene zur Verhöhnung der Opfer benutzt, weil der NSU die Trickfigur auch für seine Bekennervideos benutzte. Köcher begleitete mit anderen Neonazis am 12. Juni 2014 die Vereidigung der NPD-Stadtratsmitglieder Marcel Bütow und David Buresch. Zusammen mit Buresch und Benjamin Hercher versuchte er am 21. Juni 2014 mehrfach eine Anti-Nazi-Demonstration am Rande aus zu stören, während seine beiden „Kameraden“ die Teilnehmer_innen fotografierten. Köcher musste einige male von der Polizei abgedrängt bzw. verwiesen werden. Im Internet verbreitet er u.a. extrem rechte Musik von der Band „Stahlgewitter“ und vom Liedermacher Frank Rennicke.

Susann Thiele

bild_susanntDie 28-jährige aus Kahla ist mit dem Neonazi-Liedermacher und Eigentümer des Braunen Hauses Jena, Maximilian Lemke liiert. Sie nahm in der Vergangenheit mehrfach an neonazistischen Veranstaltungen teil. Im Jahr 2012 posierte sie hinter dem früheren Transparent des „Thüringer Heimatschutzes“, aus dem auch der „NSU“ hervorging. Ihr Facebook-Profilbild hat sie ein Jahr später an die Kampagne „Freiheit für Wolle“ angepasst, mit der die rechte Szene sich mit dem mutmaßlichen NSU-Waffenbeschaffer Ralf Wohlleben solidarisiert. Er ist derzeit Angeklagter vor dem Münchener Oberlandesgericht. Am 15. Juni 2013 war sie Beteiligte des Neonazi-Openairs „Thüringentag der nationalen Jugend“ auf dem Kahlaer Gries und hielt sich zeitweise im Eingangsbereich hinter der Kasse auf. Am 21. Juni 2014 begleitete Thiele eine Anti-Nazi-Demonstration in Kahla vom Rande aus und fotografierte an verschiedenen Stellen und Grundstücken die Teilnehmer_innen ab.

Johannes Bertels

bild_bertels_singleDer 28-jährige Bertels gehörte bereits vor knapp 10 Jahren einer jungen rechten Clique aus Jena an („Fulltimealkis“) und hatte Verbindungen zum “Nationalen Widerstand Jena”, der Gruppe des mittlerweile in München inhaftierten mutmaßlichen NSU-Waffenbeschaffers Ralf Wohlleben. Bertels ist bzw. war ebenso Bewohner vom Neonazi-Hausprojekt „Burg 19“ und kandidiert auch auf der NPD-Kreisliste. Am 25. Mai 2014 wurde er als Nachrücker für den NPD-Kandidat Mario Keller in den Kreistag gewählt, er selbst erhielt 1.088 Stimmen. Als Berufsbezeichnung gab er gegenüber dem Wahlleiter „arbeitslos“ an. Bertels nahm nach eigenen Angaben am 26. Mai 2014 an der Montagsdemonstration in Erfurt teil, bei der auch der Rechtspopulist Jürgen Elsässer auftrat. Im Kreistag gibt er sich bislang zurückhaltend, während er in sozialen Medien mit dem Pseudonym “Ragnaar Hanson” cholerisch gegen Andersdenkende hetzt. So schrieb er bspw. am 29. Mai 2014 gegenüber SPD-Politikern „NIEDER mit dem Pack!!!“ auf der Seite des rechtspopulistischen Compact-Magazins oder am 12. Juni 2014 auf der Seite der NPD Kahla „Die können mal eene gekleebt krieschen!!!!“ unter ein Foto auf dem engagierte Menschen in Kahla abgebildet waren, die vor dem Rathaus mit einem Infostand Flagge gegen die NPD zeigten. Am 21. Juni 2014 fotografierte Bertels aus dem 3. Stockwerk der „Burg 19“ heraus Anti-Nazi-Demonstrant_innen ab. Am 26. Juni 2014 schrieb er ebenso im Internet, dass sich die US-Regierung die Anschläge vom 11. September 2001 „selbst zuzuschreiben“ habe.

Mario Keller

bild_kellerDer stadtbekannte Neonazi war nicht nur Teilnehmer des Rechtsrock-Konzertes auf dem Kahlaer Gries im Sommer 2013, er provozierte einige Wochen im Vorfeld bereits beim “Toleranztag” auf dem Markt in Kahla. Dort trat er auch mit Textilien der rechten Modemarke Thor Steinar auf und verließ erst nach Einwirken der städtischen bzw. polizeilichen Sicherheitskräfte mit weiteren rechten Störern den Platz. Keller kandidierte zur Kreistagswahl auf Platz 2 und erhielt 1.331 Stimmen, traute sich dann aber doch nicht das Mandat anzunehmen und verzichtete auf den Antritt. Am 12. Juni nahm er auch an der Stadtrats-Sitzung zur Vereidigung der neuen Stadtratsmitglieder teil und trug im Rathaussaal ein T-Shirt mit den neonazistischen Bands, welche am 15. Juni 2013 auf dem Rechtsrock-Openair „Thüringentag der nationalen Jugend“ in Kahla spielten.

Hendrik Radtke

bild_radtkeDer aus Norddeutschland nach Kahla gezogene Radtke kandidiert sowohl für den Kahler Stadtrat als auch als Spitzenkandidat für den Kreistag des Saale-Holzland-Kreises. Der 29-jährige kommt aus der neonazistischen Szene und macht aus seiner extrem rechten Weltanschauung auch im Internet keinen Hehl, wo er mit Pseudonymen u.a. Musik von einschlägigen Rechtsrock-Gruppen verbreitet bzw. teilt, welche den Kampf der vermeintlich übergelegenen “weißen Rasse” propagieren. Auch glorifiziert er die Waffen-SS und Gruppierungen wie die britische Band “Skrewdriver”, von denen auch rassistisch motivierte Gewalttaten ausgingen. Radtke ist Bewohner der “Burg 19″ in Kahla, ein Hausprojekt welches vor zwei Jahren durch Neonazis ersteigert wurde. Das Thüringer Landeskriminalamt durchsuchte das Gebäude im März 2013 auf der Suche nach einer Schusswaffe, fündig wurden die Ermittler schließlich in Schwerin, dort wo auch Radtke Verbindungen hin unterhält. Während der Durchsuchung warnte ihn eine andere Neonazi-Aktivisten aus Kahla über ein soziales Netzwerk. Radtke unterhält auch Kontakte zu Angehörigen der rechten “Burschenschaft Normannia Jena” und zu Personen des “Freien Netz” Jena/Kahla. Der Produktionsarbeiter Radtke vertrieb im Vorfeld des „Thüringentages der nationalen Jugend in Kahla“ innerhalb der rechten Szene eigens angefertigte blauen Kahla-T-Shirts für die Teilnehmer. Mehrere Dutzend Neonazis aus dem Raum Kahla trugen diese Bekleidung dann beim Neonazi-Open Air Konzert. Bereits ein halbes Jahr zuvor marschierte er mit 250 Neonazis durch die mecklenburgische Stadt Wismar und machte deutlich, für welche Art von Politik er auch in Kahla stehen wird. Radtke lief hinter einem Transparent, welches angelehnt an die mörderische Ideologie aus dem 3. Reich den Aufdruck “für nationalen Sozialismus” trug. Zur Kommunalwahl 2014 trat Radtke als Spitzenkandidat für die NPD im Kreistag in Erscheinung und wurde mit 2.189 Stimmen gewählt.

Marcel Bütow

bild_buetowDer 34-jährige Metallbauer gehört zur rechten Szene Kahlas und lebt seit 1995 in der Stadt. Am 25. Mai 2014 wurde er über die NPD-Liste auf Platz 1 in den Stadtrat von Kahla mit 402 Stimmen gewählt. Die NPD erzielte in der Stadt insgesamt 8,6%. Bütow kündigte an, er werde sich „im Sinne unserer Volksgemeinschaft engagieren“. Wie diese Volksgemeinschaft aussehen soll führte er bereits am 15. Juni 2013 in Kahla vor, als über 150 Neonazis die Auftritte von mehreren Rechtsrock-Bands und Neonazi-Rednern verfolgten. Bütow gehörte zum organisatorischen Teil der Anwesenden, er war als „Ordner“ für die Versammlung eingesetzt und grillte zusammen mit seiner Frau Katja Bütow, welcher auch der Kahlaer Neonazi-Szene angehört und ebenso als Ordnerin fungierte, die Bratwürste. Katja Bütow solidarisiert sich im Internet im Jahr zuvor öffentlich mit dem mutmaßlichen NSU-Helfer Ralf Wohlleben und nahm nach eigenen Angaben an einem Neonazi-Konzert am 7. Dezember 2013 in Eisenach teil, bei dem auch ein SS-Veteran aufgetreten sein soll. Die Polizei musste die Veranstaltung mit 140 Teilnehmern auflösen. Weitere Teilnahmeankündigungen bei Veranstaltungen von ihr: Neonazi-Openair Rock für Deutschland 2012, revisionistisches Heldengedenken in Gera November 2012 und Neonazi-Aufmarsch im Februar 2013 in Gera. Katja Bütow ist mit zahlreichen Neonazis aus Kahla vernetzt und wird auf der Internetseite der Diakonie-Sozialstation Kahla mit Foto als stellvertretende Pflegedienstleiterin dargestellt. Sie hat auf Facebook mit „Gefällt mir“ markiert: „1. Division SS Leibstandarte Adolf Hitler“. Noch Fragen?

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