Das Doppelleben der Katja Bütow (Kahla): Menschenfeind statt Menschenfreund

Screenshot der Diakonie-Seite: Katja Bütow aus Kahla

Screenshot der Diakonie-Seite: Katja Bütow aus Kahla

Diakonien sind der soziale Dienst der evangelischen Kirchen, sie arbeiten für und mit Menschen aller Altersgruppen, unabhängig von Geschlecht, Religion, Hautfarbe oder Herkunft. Einer der Schwerpunkte ist auch die Arbeit mit sozial Benachteiligten und mit pflegebedürftigen Menschen. Dass man gerade dort mit Neonazis in Berührung kommen könnte würde man wahrscheinlich eher für unmöglich halten. In Kahla ist das anders, dort konnte eine besonders aktive Aktivistin der rechten Szene zur stellvertretenden Pflegedienstleiterin in der Sozialstation aufsteigen. Tagsüber spielt sie die Helferin, am Abend und am Wochenende mutiert sie zum extrem rechten Menschenfeind.

Blick in Bütows Kalender zu Veranstaltungsteilnahmen

Blick in Bütows Kalender zu Veranstaltungsteilnahmen

Am 7. Dezember 2013 löste die Polizei in Eisenach ein nicht angemeldetes Neonazi-Konzert auf, bei dem u.a. auch der bekannte Szeneliedermacher Frank Rennicke auftrat. Angekündigt war zuvor auch der Auftritt eines früheren Waffen-SS Kämpfers. Unter den 140 rechten Besuchern soll sich auch Katja Bütow befunden haben, zumindest kündigte sie ihre Teilnahme im Vorfeld im Internet an. Bütow besucht seit einigen Jahren Neonazi-Treffen, Konzerte und Demonstrationen in Thüringen. So nahm sie nach eigenen Angaben beispielsweise beim Neonazi-Openair „Rock für Deutschland“ am 6. Juli 2013 in Gera teil und bei einem Neonaziaufmarsch im Februar 2013 in Gera. Im sozialen Netzwerk Facebook verbreitet sie unter dem Pseudonym „Kaethe von der Rolle“ mehrfach Propaganda der extrem rechten NPD. Auch ihre öffentliche Musikauswahl (darunter KZT, Blitzkrieg, Stahlgewitter, Frontalkraft und Legion of Thor) spricht Bände, nämlich die einschlägiger Rechtsrock-Gruppen.

Bütow solidarisiert sich mit mutmaßlichen NSU-Helfer Wohlleben

Bütow solidarisiert sich mit mutmaßlichen NSU-Helfer Wohlleben

Als am 29. November 2011 der Jenaer NPD-Chef Ralf Wohlleben als mutmaßlicher NSU-Helfer verhaftet wurde kam es auch in Kahla zu Unterstützungsaktionen. Einige Wochen später schloss sich ebenso Katja Bütow einer rechte Kampagne an und änderte ihr Profilbild mit einem „Freiheit für Wolle“-Logo ab, um sich mit jenem Neonazi öffentlich zu solidarisieren, dem das Münchener Oberlandesgericht die Beschaffung der tödlichen Schusswaffe vorwirft.

Katja Bütow ist mit zahlreichen Neonazis aus der Region vernetzt, auch ihr Mann ist kein Unbekannter. Marcel Bütow wurde am 25. Juni 2014 auf Listenplatz Nr.1 der NPD in den Kahlaer Stadtrat als neuer kommunaler Mandatsträger gewählt. Zusammen mit ihm nahm sie beispielsweise ein Jahr zuvor am 15. Juni 2013 beim Neonazi-Konzert „Thüringentag der nationalen Jugend“ in Kahla organisatorische Funktionen wahr. So wurde Katja Bütow einerseits als Ordnerin für die Versammlung eingeteilt, andererseits war sie zuständig für die Versorgung und bereitete mit ihrem Ehemann am Rost die Bratwürste für über 150 teilnehmenden Neonazis vor.

Katja Bütow am 15. Juni 2013 als Ornderin bei Neonazi-Festival mit 150 Teilnehmern in Kahla

Katja Bütow am 15. Juni 2013 als Ordnerin bei Neonazi-Festival mit 150 Teilnehmern in Kahla

Im Bundestagswahlkampf 2013 unterstützte auch Katja Bütow öffentlich die NPD, zum Beispiel am 18. September 2013 in Jena. Dort fuhren die „Nationaldemokraten“ mit einem großen LKW vor und hetzten mit rassistischen Parolen gegen Asylsuchende in Deutschland so laut über Verstärkeranlagen, dass sogar der Unterricht in einer nahegelegenen Grundschule abgebrochen werden musste. Unter den gerade mal einem Dutzend NPD-Aktivisten befand sich auch die stellvertretende Plegedienstleiterin aus Kahla.

Katja Bütow bei Neonazi-Aufmarsch in Jena: NPD-Kundgebung am 18. September 2013, rechts neben ihr im mit Schwarzer Jacke, der sog. "Dönerbomber" Patrick Wieschke

Katja Bütow (mittig, Kapuze) bei Neonazi-Aufmarsch in Jena: NPD-Kundgebung am 18. September 2013 vor einer Grundschule, der 2. rechts neben ihr mit dunkler Jacke: Der so genannte „Dönerbomber“ Patrick Wieschke (verurteilt im Zusammenhang mit Sprengstoffexplosion in Eisenach, 2 Jahre 9 Monate Haft)

Szeen-Tattoos an der rechten Schulter von Katja Bütow:  Eine Lebensrune, darüber ein kleines gerundetets Hakenkreuz

Szene-Tattoos an der rechten Schulter von Katja Bütow: Eine Lebensrune, darüber ein kleines gerundetets Hakenkreuz

Zu ihrem Freundeskreis gehören aber nicht nur das NPD-Umfeld sondern auch so genannte „Freie Nationalisten“, also jene Neonazis die in Kameradschaften oder anderen rechten Gruppen agieren. Darunter auch mehrere Anhänger vom „Freien Netz Kahla“. Einige von dessen Mitgliedern brachen in der Nacht vom 5. auf den 6. Januar 2011 in die Kahlaer Stadtkirche ein, beschmierten diese mit antisemitischen Parolen und Hakenkreuzen, entwendeten auch eine Bibel, ein Mes­sing­kreuz und Spendengelder. Als Täter konnte unter anderem Patrick Nitsch vom FN Kahla überführt werden. Pikant dabei: Jene Kirche, welche verschandelt wurde ist die Kirche der evangelisch-lutherischen Kirchgemeinde Kahla, die auch gleichzeitig Träger der Diakonie ist, also dem Arbeitsort von Katja Bütow. Die dort ansonsten engagierten Menschen verstehen ihre Tätigkeit als „gelebte Nächstenliebe in Wort und Tat“. Wie wenig es um diese Nächstenliebe bei Katja Bütow bestellt sein dürfte, insbesondere um Menschen welche nicht in das rassistische und nationalistische Weltbild von ihr passen offenbart auch ein weiteres Detail in ihrem Facebook-Account. Unter den „Gefällt Mir“ Angaben votiert sie nicht nur für Thüringer Neonazigruppen wie das „Freie Netz Saalfeld“und die „Aktionsgruppe Nordhausen“ oder rechte Gewaltstraftäter wie Patrick Wieschke und Thorsten Heise sondern auch für die „1. Panzerdivision SS Leibstandarte Adolf Hitler“. Noch Fragen?

bild_buetow-hitler

Katja Bütow auf Facebook: Ihr gefällt die 1. SS-Panzerdivision „Leibstandarte SS Adolf Hitler“

Ergänzung 23. Juli 2014. Katja Bütow hat als Reaktion auf diesen Artikel am 23. Juli 2014 die hier mit Screenshots dargestellten Belege aus ihrem Facebook-Profil gelöscht, um ihre Treiben zu verschleiern. Selbstverständlich wurden zuvor von dem vollständigen Account umfangreiche Sicherungen vorgenommen, die als Beleg bei uns auf Anfrage gegebenenfalls erhältlich sind.

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